DAS NEUE KREUZ IN UNSERER KIRCHE

In unserer Immanuelkirche haben wir seit dem Palmsonntag einen neuen Kruzifixus. Er ersetzt das Vortragekreuz, das bisher neben dem Altar stand und das uns in den letzten Jahren vertraut geworden ist. (Seit der Kirchweihe war klar, dass wir ein neues Kreuz brauchen, weil das Vortragekreuz von einer anderen Kirche nur ausgeliehen war.) Vielleicht brauchen wir etwas Zeit, das neue Bild des gekreuzigten Jesus zu verstehen und damit warm zu werden. Die folgenden Gedanken wollen dazu helfen.

 

Das neue Kreuz zeigt den Leib unseres Herrn: Hell und lebendig.

Das Haupt ist aufgerichtet.

Er schaut uns an.

Er schaut über uns hinweg: In die Zukunft.

 

Die Hände lösen sich schon vom Kreuzbalken.

Er strebt nach oben zum Vater, in die ewige Heimat.

ER segnet uns.

Dabei sehen wir, wenn wir genau hinschauen, die Wundmale

an Händen und Füßen und in der Nähe des Herzens.

 

Die Wundmale sind wichtig.

Jesu Jünger identifizieren ihn am Ostertag, als Er ihnen seine Wundmale zeigt.

Der zweifelnde Thomas,

nachdem Jesus, der Auferstandene ihn aufgefordert hat:

„Lege deine Hand in Meine Seite“,

ruft mit lauter Stimme: „Mein Herr und mein Gott!“

Darum werden die heiligen fünf Wunden nicht verbunden!

 

Christus trägt eine goldene Krone.

Die Kriegsknechte hatten Jesus mit Dornen gekrönt.

Ein ordinärer Spott.

Warum immer wieder diese ganze Leidensgeschichte

mit ihren Details, mit ihren vielen Grausamkeiten ?

(Man möchte das nicht hören oder sich vorstellen!)

Warum wird diese Geschichte jedes Jahr wieder gelesen?

Es geht um das tiefste Geheimnis des Leidens Jesu:

ER trägt diese blutige Dornenkrone

Er schüttelt sie nicht ab.

Dadurch wird sie verwandelt.

 

Das betont diese goldene Krone, die Jesus anstelle der Dornenkrone trägt. Aller Schmerz, alles, was uns erniedrigt und quält, wird durch seinen Tod verwandelt in das Gold dieser Krone.

Zu unserem christlichen Glauben gehört der Mut, die Wunden unserer Welt wahrzunehmen und sie mit dem Glauben zu berühren. Wenn wir auf der Suche nach Gott sind - ER begegnet uns überall, wo Menschen leiden.

Ich weiß nicht, was Gott mit unseren Schmerzen macht.

Ich weiß nicht, warum es diese Schmerzen überhaupt gibt.

Aber ich glaube und vertraue:

Sie können uns verbinden mit Jesus,

der uns segnet mit den Händen, die Seine Wunden tragen.

In diesen Wunden ist Platz für alle menschlichen Leiden.

Jesus Christus trägt sie wie einen kostbaren Schatz zum Vater.

Und ER krönt die, die Leid tragen:

„Selig sind die Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“