Title: Angedacht
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Johannes spricht: »Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der ist stärker als ich …, der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen.«

Matthäus 3,11

Nicht mehr lange, und die Höhe des Jahres ist überschritten. Bald werden die Tage wieder kürzer. Manche werden bei dem Gedanken daran erschrecken, weil die Zeit so schnell vergeht. Denn sie ist auch unsere Lebenszeit. Niemand von uns weiß, wieviel Zeit ihm noch geschenkt ist. Deshalb ist es gut, auf der Höhe des Jahres einmal innezuhalten und zurückzuschauen. Was bestimmt mein Leben? Wovon lasse ich mich bestimmen? Was trägt und hält mich, nicht nur an guten und schönen Tagen, sondern auch und gerade dann, wenn es für mich schwer wird? Woher nehme ich Kraft, Hoffnung und Zuversicht, das Leben immer wieder zu wagen?

Der Johannistag will dabei helfen, die Person Johannes des Täufers zu betrachten. Manche Geschichten kennen wir von ihm. Die Ereignisse um seine Geburt sind uns bekannt. Wir wissen, dass er als unbequemer Mahner am Rande der Wüste gelebt und gepredigt hat. Manche erinnern sich vielleicht auch an seine harten Worte, mit denen er seinen Zeitgenossen einen Spiegel vorhielt und sie zur Umkehr rief.

Waren sie dazu bereit, taufte er sie zum Zeichen, dass ihnen im Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit ein Neuanfang geschenkt ist. Bei all dem wusste sich Johannes von Gott berufen. Er forderte die Menschen auf, über ihr Leben, über Gott und die Welt nachzudenken und wies dabei auf Christus hin. Denn Jesus ist für ihn der, der die große Einladung Gottes an uns ausspricht, im Vertrauen auf seine Nähe und Güte unser Leben zu wagen.

Ein erster Schritt zu solch einem Leben hin, war für Johannes die Taufe. Für ihn ist sie ein Zeichen der Umkehr vom bisherigen Leben und eine Hinwendung zu Gott. Für uns heute ist die Taufe zuerst ein Zeichen für die Liebe Gottes, die über unserem Leben steht. Eine Liebe, die uns vorurteilslos annimmt, so wie wir sind, mit unseren Stärken und Vorzügen, genauso wie mit unseren Fehlern und Schwächen. So ist die Taufe zuerst eine Zusage. Sie ist Gottes »Ja« zu uns. Aus ihr können wir Kraft, Hoffnung und Zuversicht schöpfen, auch und besonders im Blick auf Erfahrungen, die das Leben schwer machen. Diese Zusage kann uns helfen, das Leben immer wieder zu wagen.

Zugleich ist die Taufe, egal ob wir sie als Erwachsene empfangen oder unsere Kinder zur Taufe bringen, unsere Antwort auf dieses Geschenk. Sie ist Ausdruck unseres Vertrauens, dass es im Blick auf mein Leben einen gibt, der mich auf meinen Wegen durch das Leben begleitet, der mich trägt und hält, auch dann noch, wenn meine Lebenszeit hier vergeht.

So ist es ein schönes Zeichen, am Tag Johannes des Täufers in der Störmthaler Kirche mehrere Taufen zu feiern. Zugleich sind Sie eingeladen, sich Ihrer Taufe zu erinnern oder Ihre Kinder taufen zu lassen.

Ihr Pfarrer Matthias Weber


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