Title: Angedacht
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»Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.« Matthäus 2,10

»Die Sterne lügen nicht.« – So spricht es der berühmte General Wallenstein in dem gleichnamigen Drama von Friedrich Schiller. Nützen tut es ihm nichts. Ermordet wird er am Ende doch ...

Die Sterne lügen nicht. So werden es bald wieder die vielen selbsternannten „Wahrsager“ für den Jahreswechsel 2019 in ihren Horoskopen behaupten. Und jeder, der einigermaßen bei Troste ist, weiß: das ist bloß ein übles Geschäft mit der Leichtgläubigkeit vieler Menschen ...

Die Sterne lügen nicht. Das stimmt schon. Sie schweigen nämlich. Eigentlich sind sie nur Materie im Weltraum, die unser Leben weder bestimmen, noch vorhersagen, noch ändern kann.

Eigentlich.

Denn eine Ausnahme gibt es mindestens. Vor 2025 Jahren hat Gott die Konstellation zweier Sterne offenbar für eine wichtige Botschaft genutzt. Im Jahre 7 v. Chr. kam es zu einer sogenannten »großen Konjunktion« – also aus unserer Erdperspektive einem Überschneiden der Laufbahnen – der Planeten Jupiter und Saturn im Sternbild Fische. Gelehrte Astronomen aus Babylon, dem heutigen Irak/Iran, hatten diese helle Himmelserscheinung beobachtet. Vermutlich waren sie aufgrund alter Überlieferungen zu dem Schluss gekommen, dass dieses Zeichen am Himmel auf die Geburt des jüdischen Messias hindeutet. Jupiter stand für den König, Saturn für das Volk der Juden und das (zwölfte und letzte) Sternzeichen der Fische für die damit anbrechende, letzte Zeit der Welt – also das Kommen desjenigen, der das Schicksal der Welt entscheiden würde. Aufgrund dieser – uns vielleicht etwas abenteuerlich anmutenden Deutung – machten sie sich auf den langen Weg aus dem Zweistromland gen Israel.

Die Sterne lügen nicht? Zumindest dieser eine Stern hat nicht gelogen. Denn er war ein Diener Gottes. Er hat die Heiden, die nichts von Gott wussten, zu seinem Sohn Jesus Christus geführt. Erstaunlich – aber so berichtet es uns der Evangelist Matthäus.

Das alles ist nun alles andere als ein Plädoyer für die fragwürdige Astrologie unserer Tage. Im Gegenteil. Es ist eine Geschichte, die uns lehrt: Unser Gott ist der Herr über die Geschichte und über die Natur. Alle Dinge sind ihm dienstbar – wenn er das will. Seine Wege sind unendlich höher als unsere Gedanken. »Weg hast du aller Wegen. An Mitteln fehlt’s dir nicht. Dein Tun ist lauter Segen. Dein Gang ist lauter Licht.«

Den Weisen aus dem Morgenland ging es letztlich ja gar nicht um den Stern. Der war Nebensache. Sie hatten das Ziel im Auge: den Einen, den verheißenen Retter zu finden. Deshalb heißt es dann auch: »Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.«

So wünsche ich Ihnen in der kommenden Advents- und Weihnachtszeit, dass Sie sich auch freuen können an den vielen Zeichen seiner Nähe, die Gott uns allerorten schenkt.

Und dass Sie dabei das Eine nicht aus den Augen verlieren, wozu er sie uns gibt: damit sie uns zu Jesus führen.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Vikar Tobias Liebscher


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