Title: Probstheida
Subtitle:
Author:

Immanuelkirche Probstheida

- seit dem 13. Jahrhundert stand eine Kirche auf dem Dorfanger

-alte Barockkirche ist in der Völkerschlacht niedergebrannt, nur noch die Grundmauern blieben erhalten – das Dorf Probstheida, war ein Hauptschauplatz der Kämpfe, war Schlüsselstellung Napoleons, Preußen und Russen versuchten das Dorf einzunehmen, drangen auch mehrfach ein; mehrfach wurden sie wieder herausgetrieben; Häuserkampf tobte; Tausende haben hier den Tod gefunden; nach Augenzeugenberichten wurden die Gefallenen mtten im Dorf und auf den umliegenden Feldern beerdigt. Die traurige Arbeit dauerte bis Martini, also bis zum 11. November

- am 18.10.1813 befanden sich nur noch drei Einwohner in Probstheida, alle anderen waren geflohen.

- man begann recht bald Geld für einen Kirchenneubau zu sammeln. In nur fünf Jahren kamen 1400 Thaler zusammen, das ist für die damalige Zeit und die schlimmen Verhältnisse eine recht stolze Summe.

- unter Verwendung der Umfassungsmauern wurde bis 1818 eine neue schlichte klassizistische Kirche aufgebaut.

- 1894 erfolgte eine erste Innenrenovierung mit einer ornamentalen Ausmalung

- 1927 ging es wiederum ans Bauen. Unter dem Architekten Georg Staufert wurde eine apsisartig wirkende Sakristei angebaut und zwei Emporentreppenhäuser (nur von außen zugänglich)

im Innern wurde die Kirche umgebaut (erhalten blieben nur Emporen, Kanzel und Taufe)

- 1966 und 1983 kam es zu Renovierungen – die Farbfassung von 1927 wurde beseitigt und die Wandmalereien wurden angebracht.

- 1995 erfolgte eine Sanierung der Außenhaut. Dabei musste der verputzte Fachwerkturm abgetragen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Zur Architektur:

- Innenraum ist schlichter klassizistischer Predigtsaal, mit leicht eingezogenem rechteckigem Chor.

- Gestühl ist von 1927,

- vermutlich befand sich an der Ostwand im Altarraum eine kleine Empore an der die Kanzel befestigt war und die unten die Sakristei aufnahm.

- Pilaster sind nach dem Abbruch der Empore nach dem Vorbild anderer Kirchen aus der Zeit um 1818 angebracht worden.

- Altar ist neobarock gestaltet (1927). Das rechteckige Retabel enthält den Spruch: „Jesus Christus/ gestern und Heute/ und derselbige auch in Ewigkeit.“, kanelierte Voluten mit aufgesprengtem Dreiecksgiebel, dazwischen expessionistischer Strahlensockel mit Kreuz.

- Kanzel vom 1818 ist nach spätbarocker Auffassung gestaltet worden.

- In der Turmhalle befinden sich rechts und links in den Rundbogennischen Kriegergedächtnistafeln aus dem I.WK von 1927.

Die Turmhalle ist 1927 durch die Glastüren abgetrennt. Die doppelflüglige Tür in der Mitte wird durch einen Dreiecksgibel betont.

Hier befindet sich auch ein Rest der alten barocken Ausstattung der Kirche vom Ende des 17. Jahrhunderts. Zu sehen ist ein farbig geschnitztes Medaillon mit der Büste Gott-Vaters vor einem Wolkenhintergrund. Gerahmt wird sie von Akantusblattwerk, Voluten, Früchten und Engelsflüchte und Engelputti.


Go back to the regular design...